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EM 2012 Spielort Warschau

Altstadt von Warschau (Polen) (c) Jecek Kadaj fotolia.com

Altstadt von Warschau (Polen) (c) Jecek Kadaj fotolia.com

Die Hauptstadt Polens ist mit seinen 1,72 Millionen Einwohnern eine der wichtigsten Zentren Osteuropas und auf Rang 15 der größten Städte des Kontinents. Das Ballungszentrum von Warschau zählt mit einigen Orbitalstädten sogar mehr als 3,5 Millionen Einwohner und liegt geographisch wie klimatisch ziemlich in der Mitte Polens, ungefähr je 350 Kilometer von der Ostsee sowie den Karpaten entfernt.

Machte die erste deutsche Besetzung Warschau im 1. Weltkrieg noch zu Polens Hauptstadt, war die Besetzung durch Hitler-Deutschland im 2. Weltkrieg verheerend für Stadt und Bürger. Aus dem Warschauer Ghetto, dem zweitgrößten Ghetto des besetzten Deutschlands, wurden rund 300.000 Menschen deportiert und ermordet. Die Stadt wurde fast völlig zerstört und bei der Befreiung durch die Rote Armee nahezu menschenleer vorgefunden.

In einzigartiger Manier wurde die Stadt an der Weichsel wiederaufgebaut und drei der Stadtteile dafür 1980 von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt. In den 80er-Jahren diente „die ewige Baustelle“ schließlich als Zentrum des Sozialismus, war sie doch spätere Hauptstadt von Lech Walesas Solidarnosc-Bewegung. Zu den wichtigsten Söhnen und Töchtern der Stadt zählen der Komponist Frederyk Chopin sowie die Wissenschaftlerin Marie Curie.

Mit großem Stolz warten die Bürger Warschaus nun auf den Startschuss der Europameisterschaften 2012, der am 8. Juni zwischen Heimteam Polen und Griechenland im neu errichteten Nationalstadion erfolgen soll. Mit 58.145 Sitzplätzen ist es das größte Stadion von Gastgeber Polen und nach dem Eröffnungsspiel, zwei weiteren Vorrundenspielen und einem Viertelfinale findet auch noch ein Halbfinale im 375-Millionen-Euro-Projekt statt.

Der Errichtung des Stadions war kein Honiglecken. Die geplante Eröffnung im September 2011 mit dem Länderspiel gegen Deutschland musste verlegt werden, denn bereits im Mai wurden erhebliche Konstruktionsfehler bekannt. Das Fertigwerden war unsicher und kurzzeitig wurde sogar das Euro-Eröffnungsspiel in Frage gestellt. Letztlich konnte im Januar 2012 endlich die Sektkorken knallen.

Im nationalen Fußball findet sich Polens Hauptstadt geteilt vor. Polonia Warschau feierte 2011 sein 100-jähriges Jubiläum und ist der ältere Klub Warschaus, während Legia Warschau der erfolgreichere ist. Legia kann mit 8 Meister- und 14 Cuptitel auftrumpfen und Polonia mit je zwei Meister- und Pokaltitel in die Schranken weisen. Mit Gwardia Warschau ist der dritte im Hauptstadt-Bunde seit glorreichen Europacup-Zeiten tief gefallen.

Legia Warschau, das seinen Ursprung in einer polnischen Legion des ersten Weltkriegs hat, konnte zudem 1970 ins Halbfinale des Europapokals der Landesmeister vordringen. Zudem war man 1995/96 Polens erster Klub in der Champions League und erreichte dort sogar das Halbfinale. Hingegen hatte Polonia Warschau, ein Eisenbahner-Klub, im letzten Jahrzehnt zu kämpfen, stieg 2006 aus der Ekstraklasa ab und feierte 2008 nur durch eine Fusion mit Groclin Grodzisk seine Rückkehr ins Oberhaus. Mittlerweile gehören beide Hauptstädter wieder zu Polens Elite.