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EM 2012 Spielort Breslau

Breslauer Ring (Polen) (c) Grzegorz Polak fotolia.com

Breslauer Ring (Polen) (c) Grzegorz Polak fotolia.com

Breslau (Wroclaw) bietet eine malerische Altstadt welche an der Oder und ihren vier Nebenflüssen, Ohle, Sleza, Widawa und Bystrzyca liegt. Erbaut wurde die Stadt auf 12 Inseln, verbunden durch 112 Brücken und Stege. Darum trägt die Universitätsstadt auch den Beinamen Venedig Polens. Die Partnerstadt von Wiesbaden und Dresden hat 633.000 Einwohner und ist damit die viertgrößte Stadt Polens und die Hauptstadt Niederschlesiens.

Bis 1945 war Breslau Teil des Deutschen Reiches und im 19. Jahrhundert hinter Berlin und Hamburg zwischenzeitlich die drittgrößte deutsche Stadt. Mit Ende des zweiten Weltkriegs wurde Breslau dann verwaltungsrechtlich Polen übergeben und die deutsche Bevölkerung wurde vertrieben. Dazu wurden viele Einwohner Mittel- und Ostpolens in Breslau zwangsangesiedelt.

Seit dem Mauerfall ist Breslau ein wichtiges Wirtschaftszentrum im Dreiländereck von Deutschland, Polen und Tschechien. Vermehrt wirbt die Stadt auch um ausländische Investoren, was auch zunehmend gelingt. So lassen sich vor allem IT- und Technologieunternehmen nun häufig in Breslau nieder, was der Stadt mit 4,1 Prozent eine der niedrigsten Arbeitslosenquoten Polens beschafft.

Der Standort Breslau als eine der vier Euro-Host-Cities war aufgrund des wirtschaftlichen Booms gut gewählt. Für die EM 2012 wurde das Stadion Miejeski (ebenfalls Stadion der Stadt, wie in Posen wurde noch kein geeigneter Name gefunden) mit 42.771 Plätzen neu erbaut. Die Bauarbeiten gingen von November 2008 bis Juni 2011. Eröffnet wurde die Arena standesgemäß am 10. September 2011, mit dem Box-Weltmeisterschaftskampf im Schwergewicht zwischen Vitali Klitschko und seinem polnischen Herausforderer Tomasz Adamek.

Während der Euro werden die Spiele der Polen-Gruppe A in Breslau ausgetragen. Freuen wird das vor allem die tschechischen Nachbarn, werden doch alle Spiele ihrer Nationalmannschaft in der 90 Kilometer von Tschechien entfernten Universitätsstadt ausgetragen. Das Highlight steigt wohl am 16. Juni, wenn Tschechien im entscheidenden Gruppenspiel auf Gastgeber Polen trifft, das extra für dieses Spiel von Warschau nach Breslau übersiedelt.

Genutzt wird das Stadion nach den Titelkämpfen überwiegend vom städtischen Klub Slask Breslau. Die Grün-Weiß-Roten wurden 1947 als Armeesportklub gegründet und konnten in den 70er und 80er-Jahren mit einem Meister- und zwei Pokaltiteln ihre größten Erfolge feiern, zudem wurde das Team 2011 Vizemeister. Ein Aufwärtstrend, den die Mannschaft mit dem neuen Stadion weiter fortsetzen will.