Fußball News vom: 25.06.2010 - 17:56
Portugal und Brasilien trotz Nullnummer weiter
Die Favoriten der Gruppe G, Portugal und Brasilien, haben den Einzug ins WM-Achtelfinale perfekt gemacht. Beiden Teams reichte ein torloses Remis in der letzten Vorrunden-Begegnung.
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Taktik statt Kabinettstückchen, Ballgeschiebe statt Fußball-Kunst - doch der Zweck heiligte die Mittel. Brasilien und Portugal zogen am letzten Vorrundenspieltag wie erwartet in das Achtelfinale der WM in Südafrika ein, ihr Aufeinandertreffen jedoch bestand aus insgesamt 95 Minuten Langeweile.
0:0 endete das Spiel um den Sieg in der Gruppe H, beide Mannschaften hatten offenbar schon vorher beschlossen, sich nicht zu verausgaben. Am Ende umarmten sich Brasilianer und Portugiesen wie Brüder - beglückwünschen durften sie sich aber nur zum gemeinsamen Einzug in die K.o.Runde. Im Achtelfinale treffen Gruppensieger Brasilien und Portugal auf Gegner aus der Gruppe H mit Spanien, Chile und der Schweiz.
“Beide Teams waren darauf aus, den Ball in den eigenen Reihen zu halten”, stellte Brasiliens Mannschaftskapitän Lucio nach einem Spiel ohne große Höhepunkte sehr treffend fest. Portugals Superstar Cristiano Ronaldo, aus unerfindlichen Gründen zum “Man of the Match” gekürt, war dagegen sehr zufrieden mit dem Auftritt der Iberer: “Wir sind voller Selbstvertrauen, uns ist egal, wen wir in der nächsten Runde bekommen.” In der Tat ist eine gewisse Arroganz angebracht: In ihren vergangenen 26 Spielen sind die Portugiesen nun 23-mal ohne Gegentreffer geblieben.
Ronaldo laut Queiroz zu Unrecht ausgezeichnet
Portugals Trainer Carlos Queiroz fand daher die persönliche Auszeichnung von Ronaldo fehl am Platz: Wenn er bei der Vergabe etwas zu sagen hätte, betonte er, “hätte ich das ganze Team Portugal ausgezeichnet”. Queiroz hätte auch sagen können: Der Star ist also die Mannschaft - und nur mit einer soliden Defensivarbeit gewinnt man Titel. “Aber Statistik hat keine Bedeutung, wir können uns in der Runde der letzten 16 nicht auf unseren Ruf verlassen”, ergänzte er.
“Portugal hat hinten drin gestanden und mit seinen schnellen Stürmern auf Konter gehofft”, sagte Brasiliens Torhüter Julio Cesar, der allerdings einen entspannten Nachmittag verbrachte. Wie seine Mannschaftskollegen betonte auch der Schlussmann, dass der Erfolg die Mittel heilige: “Es war eine schwere Gruppe, in der wir Erster geworden sind”, sagte der Torwart vom Champions-League-Sieger Inter Mailand. Zugleich versicherte er: “Wir werden erst nach dem 11. Juli nach Brasilien zurückfliegen, bis dahin sind es jetzt noch vier Spiele.”
Brasilien agiert ergebnisorientiert
Wie schon beim 2:1 gegen Nordkorea und beim 3:1 gegen die Elfenbeinküste stand im Gruppenfinale auch für die Brasilianer das Ergebnis an erster Stelle. Die Selecao war immerhin stets um einen Treffer bemüht. Die beste Gelegenheit dazu aber ergab sich schon in der 30. Minute: Nach einer Flanke von Luis Fabiano ließen Portugals selten unaufmerksame Innenverteidiger Ricardo Carvalho und Bruno Alves den Ball passieren, den Schuss von Nilmar aus drei Metern lenkte Portugals Torhüter Eduardo aber an die Latte (30.).
Portugal, das mit einem beruhigenden Vorsprung von neun Treffern auf die Elfenbeinküste in das letzte Spiel gegangen war, konzentrierte sich erfolgreich auf die Defensive und schien erst in der zweiten Halbzeit willens, gezielt den Weg zum gegnerischen Tor zu suchen. Ihre bis beste Chance besaßen die Portugiesen erst in der 60. Minute, als Raul Meireles nach Vorarbeit von Cristiano Ronaldo aus kurzer Distanz an Julio Cesar scheiterte.
(c) sid



