Fußball News vom: 06.07.2010 - 22:24
“Oranje” legt vor und zieht ins Finale ein
Die Niederlande stehen zum dritten Mal nach 1974 und 1978 im Endspiel einer WM. Die Elftal hat mit einem 3:2-Erfolg gegen Uruguay vorgelegt und wartet nun auf ihren Finalgegner.
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Die “siegenden Holländer” dürfen dank Wesley Sneijder und Arjen Robben mehr denn je von einer Final-Revanche gegen Deutschland und ihrem ersten WM-Titel träumen. Angefeuert von ihrem begeisterten Prinzenpaar Willem Alexander und Maxima zogen die Niederlande durch ein 3:2 (1:1) gegen Uruguay zum dritten Mal nach 1974 und 1978 ins Endspiel einer WM-Endrunde ein. Dort ist am Sonntag (20.30 Uhr/ZDF und Sky live) im Johannesburg die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw ein potenzieller Gegner. Für die DFB-Auswahl, die am Mittwoch auf Spanien trifft, wäre es die achte Teilnahme an einem WM-Finale.
Sneijder mit seinem fünften Turniertreffer und Robben mit seinem zweiten schossen die Elftal mit einem Doppelschlag (70. und 73.) ins Endspiel. Giovanni van Bronckhorst hatte Oranje in Führung gebracht (18.). “Wir mussten heute kämpfen, es war ein schwieriges Spiel. Das Wichtigste ist aber, dass wir gewonnen haben. Es gibt nichts Größeres als ein WM-Finale, das ist gewaltig, fantastisch”, sagte Sneijder. Ein mögliches Endspiel gegen Deutschland hatten die Niederländer schon vor dem Halbfinale ungeniert als “Droomfinale” bezeichnet.
Anschlusstreffer sorgt für Spannung
Das zwischenzeitliche 1:1 für Uruguay, das 1930 und 1950 den WM-Titel gewonnen hatte, erzielte Torjäger Diego Forlan (41.). Der Anschlusstreffer der Celeste durch Maximiliano Pereira fiel erst in der Nachspielzeit (90.+2), dennoch kamen die Niederländer noch einmal ins Schwimmen. “Ich habe noch nie in meinem Leben so viel Angst gehabt wie in den letzten Minuten”, sagte der ehemalige Hamburger Rafel van der Vaart. “Am Ende wurde es nochmal eng”, sagte Trainer Bert van Marwijk, dann ergänzte er: “Das letzte Endspiel liegt 32 Jahre zurück, das ist unglaublich, was wir erreicht haben.”
Die Niederlande, die ohne die gelbgesperrten Nigel de Jong und Gregory van der Wiel um den dritten Finaleinzug kämpften, hatten mit den personell geschwächten Südamerikanern allerdings lange Zeit mehr Mühe, als ihnen lieb sein konnte. Probleme beim Spielaufbau waren nicht zu übersehen.
Die personell geschwächten Uruguayer versuchten es mit konzentrierter Abwehrarbeit und schnellen Gegenstößen über Forlan, in der zweiten Halbzeit neutralisierten sich beide Teams lange Zeit, ehe Ignacio Gonzalez einen Schuss von Sneijder aus 18 Metern zum 2:1 für Oranje abfälschte. Sneijder hat weiterhin die Chance, nach Meisterschaft, Pokal und Champions League mit Inter Mailand den vierten Titel in einer Saison zu holen.
Van Bronckhorst mit Maßarbeit
Es hatte zunächst nur bis zur 18. Minute gedauert, ehe die 62.479 Zuschauer inklusive des niederländischen Prinzenpaares von den Sitzen sprangen. Aus rund 25 Metern Entfernung hatte sich der 35 Jahre alte van Bronckhorst ein Herz gefasst, sein Schuss flog rechts oben an den Innenpfosten und von dort ins Tor. Für van Bronckhorst war es der sechste Treffer im 105. und vorletzten Länderspiel. Er tritt nach der WM zurück.
Die Überraschungsmannschaft aus Südamerika war in ihr erstes WM-Halbfinale seit 40 Jahren mit erheblichen personellen Problemen gegangen. Torjäger Luis Suarez fehlte nach seiner “Torwart-Parade” im Viertelfinale gegen Ghana rotgesperrt als Partner von Forlan, Jorge Fucile, der gute Außenverteidiger, musste eine Gelbsperre verbüßen, Nicolas Lodeiro (Mittelfußbruch) und der angeschlagene Kapitän Diego Lugano waren verletzungsbedingt nicht einsatzbereit.
Ausgleich aus heiterem Himmel
Uruguay fand nach dem Rückstand zunächst keine Antwort. Wie ein Blitz aus heiterem Himmel fiel der Ausgleich. Forlan schoss aus 25 Metern einfach mal aufs Tor, John Heitinga fälschte mit dem Kopf minimal ab, Torhüter Maarten Stekelenburg sah dennoch schlecht aus. Es war Forlans viertes Tor bei dieser WM. Damit war der zweimalige Weltmeister zurück im Spiel.
Nach der Pause drängte aber zunächst Oranje auf einen zweiten Treffer - den beinahe Alvaro Pereira für Uruguay erzielt hätte: van Bronckhorst musste für den herumirrenden Stekelenburg retten (51). Knapp 20 Minuten später war es um die wackeren Uruguayer dann aber geschehen. Nach Sneijders etwas glücklichem Führungstreffer bekamen die Niederländer die Begegnung zunehmend in den Griff, nach Robbens 3:1 konnten sie dann Ball und Gegner laufen lassen.
(c) sid



