Fußball News vom: 13.06.2010 - 17:54
Ghana siegt durch Elfmetertor von Gyan
Beim ersten Duell der deutschen Gruppengegner hat Ghana in Pretoria mit 1:0 (0:0) gegen Serbien gewonnen. Asamoah Gyan verwandelte einen Handelfmeter in der 84. Minute.
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Die “Schwarzen Sterne” liefen stolz mit der Nationalfahne über den Rasen und fühlten sich wie im siebten Himmel - und mit den Glücksgefühlen waren sie nicht alleine. Mit einem 1:0 (0:0) gegen schwache Serben bescherte Ghana dem Schwarzen Kontinent endlich den heiß ersehnten ersten “Heim”-Sieg bei der Fußball-WM in Südafrika. “Jeder freut sich für uns, jeder Afrikaner ist hinter uns, wir haben für Afrika gewonnen”, rief Torschütze Asamoah Gyan. Er verwandelte in der 84. Minute einen Handelfmeter, den Zdravko Kuzmanovic vom VfB Stuttgart verschuldet hatte.
“Mit der Hilfe von Gott haben wir heute drei Punkte gewonnen, ein Sieg im ersten Spiel ist sehr wichtig”, ergänzte Gyan, auch wenn die “Hand Gottes” nicht Kuzmanovic gehört. Die “Weißen Adler” mussten noch einen weiteren Tiefschlag hinnehmen. Abwehrspieler Aleksandar Lukovuvic sah in der 74. die dritte Gelb-Rote Karte des Turniers - er wird beim zweiten Gruppenspiel der Serben am Freitagnachmittag gegen Deutschland in Port Elizabeth fehlen.
Antic: “Gelb-Rote Karte war spielentscheidend”
“Die Gelb-Rote Karte war spielentscheidend”, klagte Serbiens Coach Radomir Antic und behauptete: “Ein Fehler hat den Unterschied gemacht. Ghana war heute einfach glücklicher als wir. Vor dem Elfmeter hatten sie keine echte Chance. Das Ergebnis ist ein großer Schock für uns, jetzt müssen wir all unsere Energie für das Spiel gegen Deutschland sammeln.” Dumm für Antic: Er hatte Kuzmanovic in der 62. Minute eingewechselt.
Dabei hatte es zunächst ganz gut begonnen für die Serben. Vor 38.833 Zuschauern im Loftus-Versfeld-Stadion von Pretoria hätte sich beinahe der Ex-Berliner Marko Pantelic mit dem schnellsten Tor der WM-Geschichte unsterblich gemacht - doch sein Schuss aus fast 30 Metern nach acht Sekunden zischte knapp vorbei. Es sollte für eine halbe Stunde der letzte Schuss der Serben in Richtung Tor bleiben.
Ghana mit drei Bundesliga-Profis
Für Ghana war der Versuch von Pantelic dagegen das Signal zum Gegenangriff. Mit technisch sauberem Spiel und guten Kombinationen beeindruckten die “Black Stars” um Fußball-Rüpel Kevin Boateng, der sein Pflichtspieldebüt für Ghana feierte, die Serben sichtlich. Doch sprangen dabei kaum klare Chancen heraus. Die beste Gelegenheit ließ Gyan ungenutzt, als er nach Boatengs feiner Flanke den Ball per Kopf aus sieben Metern nicht richtig traf (21.).
Bei Ghana waren mit Isaac Vorsah, Prince Tagoe und Hans Sarpei drei “Deutsche” dabei, vermisst wurden neben dem verletzten Michael Essien auch Mannschafts-Kapitän Stephen Appiah und Sulley Muntari, die der serbische Ghana-Coach Milovan Rajevac etwas überraschend auf der Ersatzbank gelassen hatte. Boateng absolvierte im defensiven Mittelfeld ein sehr hohes Laufpensum, leistete sich aber auch zahlreiche Fehlpässe.
Serbien zu passiv
Serbien, 2006 in Deutschland im Verbund mit Montenegro das schlechteste aller 32 WM-Teams, agierte seltsam passiv. Erst nach der Pause stellten sich die “Weißen Adler” zwischenzeitlich besser auf Ghanas Spiel ein.
Doch nachdem Milan Jovanovic nach einem Sololauf über links eine gute Chance vergeben hatte, war wieder Ghana dran. Speziell die Flügelspieler Tagoe und Andrew Ayew hatten gute Szenen, mit Flanken stellten sie Serbiens Innenverteidigung um Nemanja Vidic immer wieder vor unlösbare Probleme.
Serben können Konterchancen nicht nutzen
Serbiens Coach Radomir Antic reagierte auf die Schwächen seines Teams und brachte Kuzmanovic sowie Angreifer Danko Lazovic für den schwachen Nikola Zigic - ohne Wirkung. Nach 73 Minuten durfte auch Appiah ran, doch es war Gyan, der für einen ersten großen Aufreger sorgte. Lukovic konnte ihn nur mit einem Trikot-Griff bremsen - und sah dafür Gelb-Rot. Antic musste die Abwehr stabilisieren und brachte den Dortmunder Neven Subotic.
Ghana setzte jetzt auf Sieg, was Serbien Kontermöglichkeiten eröffnete. Milos Krasic scheiterte mit der besten an Ghanas Torwart Richard Kingson (79.). Dann leistet sich Kuzmanovic seinen Aussetzer - und Gyan traf für ganz Afrika.
(c) sid



