Fußball News vom: 18.08.2010 - 08:27
Erst Cassano, dann “Königsklasse”
Werder Bremen trifft auf dem Weg in die Champions League im Play-off-Hinspiel heute auf Sampdoria Genua. Derweil ist der Wechsel von Mesut Özil zu Real Madrid perfekt.
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Für Mesut Özil ist der große Traum wahr geworden, der deutsche Nationalspieler wird ein “Galaktischer”. Das Fußball-Juwel wechselt vom Bundesligisten Werder Bremen zum spanischen Rekordmeister Real Madrid und wird dort Teamkollege von Sami Khedira. “Es ist ein Traum für jeden Fußballspieler, bei einem der besten Klubs der Welt zu spielen. Und wenn man dann die Möglichkeit hat, warum sollte man sie nicht nutzen?”, sagte Özil.
Die Hanseaten gaben am Dienstag ihren seit Wochen umworbenen Mittelfeldspieler knapp ein Jahr vor Vertragsende für die “Königlichen” frei. Nach Informationen der spanischen Sporttageszeitung AS war dies Real eine Ablösesumme von rund 15 Millionen Euro wert. Özil soll einen Kontrakt bis 2016 unterschreiben und laut spanischen Medienberichten fünf Millionen Euro pro Jahr verdienen.
“Wir respektieren damit Mesuts Wunsch, schon jetzt den nächsten Schritt in seiner Karriere zu gehen”, erklärte Werder-Geschäftsführer Klaus Allofs. Der 21-Jährige nahm schon am Abschlusstraining für das Qualifikations-Hinspiel zur Champions League heute (20.45 Uhr, live bei Sky und Sat.1) gegen Sampdoria Genua nicht mehr teil und steht für diese Begegnung auch nicht mehr zur Verfügung. Damit darf Real den türkischstämmigen Dribbelkünstler bereits im September in der Gruppenphase der “Königsklasse” einsetzen.
Allofs will wieder Ruhe einkehren lassen
Allofs machte auch deutlich, dass er an einer raschen Entscheidung interessiert war. “Es musste jetzt etwas passieren, um alles wieder zu beruhigen”, meinte Bremens Vorstandsvorsitzender, der die letztlich geräuschlose Einigung so erklärte: “Es hat geklappt, weil einfach mehr Geld geboten wurde.”
Weitere Interessenten wie der FC Barcelona, FC Chelsea und Manchester United waren schon vorher aus dem Wettbieten um Özil ausgestiegen. Insbesondere der neue Real-Coach Jose Mourinho hatte sich für eine sofortige Verpflichtung des WM-Stars starkgemacht: “Özil ist ein sehr guter und vor allem auch sehr vielseitiger Spieler.” Am Saisonende allerdings hätte Özil die Hanseaten, für die er in 71 Spielen zwölf Tore schoss, ablösefrei verlassen können. Özil sollte am Mittwoch nach Madrid fliegen, um die obligatorische sportärztliche Untersuchung zu absolvieren.
Real war nach der Verletzung des Brasilianers Kaka auf der Suche nach einem Ersatz. Kaka fällt nach einer Knie-Operation drei bis vier Monate aus.
“Mesut hatte hier eine hervorragende Entwicklung. Ich traue ihm weitere Schritte zu”, sagte Trainer Thomas Schaaf und fügte mit Blick auf die Folgen für Werder an: “Wir wissen, dass wir ohne Özil nicht mehr so stark sind. Wir wissen aber auch aus Erfahrung: Wenn Spieler gehen, können sich andere in den Vordergrund spielen.” Özil tat dies zum Beispiel, als Diego im vergangenen Jahr für 25 Millionen Euro Ablöse von Bremen zu Juventus Turin wechselte.
Özil-Transfer lässt Genua-Spiel in den Hintergrund rücken
Der Rummel um die sportliche Zukunft des gebürtigen Gelsenkircheners Özil drängte das Duell gegen Italiens Ex-Meister weitgehend in den Hintergrund und ging Torsten Frings mächtig auf den Keks. “Mesut war schon ein Spieler, der für uns wichtig war. Aber das Leben geht weiter. Gut, dass jetzt endlich Ruhe ist”, sagte der Kapitän, der seine Kollegen in die Pflicht nahm: “Wir müssen auf dem Platz zeigen, dass wir wirklich in die Champions League wollen. Für den Verein steht eine Menge auf dem Spiel.”
Werder-Geschäftsführer Klaus Allofs nannte sogar konkrete Zahlen: “Wir spielen um garantierte 15 Millionen Euro. Über die Europa League wäre das nur sehr, sehr schwer zu erreichen.”
(c) sid



