Fußball News vom: 09.05.2010 - 10:31
Schwere Krawalle nach Bochumer Abstieg
Bei Krawallen im Anschluss an das Spiel zwischen dem VfB Bochum und Hannover 96 sind 66 Personen verletzt worden. Die Bochumer Polizei verhaftete insgesamt 20 Personen.
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Bei schweren Ausschreitungen nach dem Abstieg des VfL Bochum aus der Bundesliga sind in und um das Rewirpower-Stadion insgesamt 20 Personen festgenommen worden. Dies gab die Bochumer Polizei am Sonntag bekannt. Mehrere Dutzend zum Teil vermummte VfL-Anhänger waren nach dem 0:3 der Westfalen gegen Hannover 96 über die Stadionzäune geklettert und hatten versucht, das Spielfeld zu stürmen. Dabei schleuderten sie Steine, Stühle, Toilettendeckel und andere Gegenstände. Insgesamt wurden nach Polizei-Angaben 66 Personen verletzt.
Die Polizei setzte Schlagstöcke und Pfefferspray ein. Drei Polizisten wurden verletzt. Ein Ordner musste ärztlich behandelt werden, nachdem er von einem Stuhl am Kopf getroffen worden war. Außerhalb des Stadions versuchten etwa 200 Personen, im Bereich der Geschäftsstelle hinter der Haupttribüne eine Polizeikette zu durchbrechen. Auch hier brachten die Ordnungshüter die Situation unter Einsatz von Pfefferspray schnell unter Kontrolle. Die Störergruppe habe diverse Stadioneinrichtungen verwüstet, teilte die Polizei mit.
Bochumer Wiederholungstäter
Es war der zweite schwere Zwischenfall im Bochumer Stadion in der Saison 2009/2010. Ende Februar waren im Spiel gegen den 1. FC Nürnberg im Gästeblock Bengalische Feuer gezündet worden, neun Personen wurden damals zum Teil schwer verletzt.
Im Gegensatz zu den Krawallen im Berliner Olympiastadion im Anschluss an das Bundesligaspiel zwischen Hertha BSC und dem 1. FC Nürnberg Mitte März, als Hooligans mit Stangen bewaffnet auf den Platz liefen und dann unter anderem die Trainerbänke demolierten, waren Ordner und Polizisten am Samstag in Bochum sofort zur Stelle. Nur wenige Hooligans schafften es bis auf das Spielfeld, wo sie sofort gestellt und abgeführt wurden.
Rangelei zwischen Spielern und Hooligans
Ein Krawallmacher erreichte allerdings Bochums Abwehrspieler Mergim Mavraj. Er stieß den Profi von hinten in den Rücken und beschimpfte ihn, woraufhin Mavrajs Mitspieler Anthar Yahia und Marcel Maltritz zu Hilfe eilten und sich eine Rangelei mit den Hooligans lieferten. Schon während des Spiels hatten im Bochumer Fanblock Fahnen und Transparente gebrannt.
“Gewalt verurteile ich grundsätzlich. Ich kann aber verstehen, dass sich in diesen 90 Minuten Aggressionen aufgebaut haben”, sagte VfL-Sportvorstand Thomas Ernst.
(c) sid



