Fußball News vom: 08.05.2010 - 17:26
Hannover schießt Bochum in Liga Zwei
Hannover 96 hat sich mit einem 3:0-Auswärtssieg beim VfL Bochum den Klassenerhalt gesichert. Bochum hingegen muss nach der bitteren Heimpleite den Gang in Liga Zwei antreten.
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Der VfL Bochum ist nach einer blamablen Vorstellung zum sechsten Mal aus der Bundesliga abgestiegen. Die Westfalen verloren das “Endspiel” gegen Hannover 96 ohne große Gegenwehr 0:3 (0:3) und verfehlten durch die zwölfte Begegnung in Folge ohne Sieg auch den Relegationsplatz.
“Ich möchte mich bei allen Fans entschuldigen. Wir wollten von Beginn an Druck machen, aber davon war nichts zu sehen. Das war zu meiner Zeit noch anders. Das war Angsthasen-Fußball. So kannst du nicht in der ersten Liga bestehen. Es tut mir sehr leid, dass wir es nicht geschafft haben. Wir waren nach 15 Minuten kaputt, und ich habe keinen Ruck gesehen, der durch die Mannschaft gegangen ist. Ich habe keine Erklärung für so eine Leistung”, bedauerte Interimstrainer Dariusz Wosz.
Die 96er feierten dagegen nach einer Horror-Saison mit dem Selbstmord von Nationaltorwart Robert Enke gemeinsam mit 10.000 Fans in Bochum den Klassenerhalt.
Topmotivierte Hannoveraner
Die topmotivierten Niedersachsen machten gegen biedere Bochumer schon vor der Pause alles klar. Der überragende Kapitän Arnold Bruggink (9.), Mike Hanke (23.) und Sergio Pinto (45.) erzielten die Treffer für 96, das die Elf des hilflosen Interimstrainers Dariusz Wosz im eigenen Stadion auskonterte. Für Wosz, Nachfolger des in der Vorwoche entlassenen Heiko Herrlich, war es das zweite und letzte Spiel als verantwortlicher VfL-Trainer. Den Neuaufbau in der 2. Liga, aus der Bochum zuletzt 2005 aufgestiegen war, wird definitiv ein neuer Trainer einleiten.
Vor 30.748 Zuschauern im ausverkauften Rewirpower-Stadion erwischte Hannover einen Traumstart. In der neunten Minute verlor die Abwehr des VfL erstmals die Übersicht, nach einer Flanke von Hanno Balitsch stand Bruggink frei vor VfL-Torwart Philipp Heerwagen und ließ sich die erste Chance der Niedersachsen nicht entgehen.
“Wir haben gemeinsam verteidigt und uns über 90 Minuten als echtes Team präsentiert. Wir waren auch nach dem 3:0 noch vorsichtig - ich habe bis zur 85. Minute nicht realisiert, dass wir es geschafft haben. Vor dieser Mannschaft, vor dieser Einheit habe ich großen Respekt. Sie hat alle Rückschläge in dieser Saison weggesteckt und sich immer wieder auf den Punkt konzentriert”, sagte Slomka anerkennend.
Defizite im Bochumer Spiel
Dem VfL fehlten daraufhin wie schon in den Vorwochen die spielerischen Mittel, um gefährlich vors Tor zu kommen. Hannover versteckte sich auch nach der Führung nicht und nutzte, von Bruggink glänzend dirigiert, seine Chancen weiter konsequent. Hanke erzielte mit einem platzierten Flachschuss von der Strafraumgrenze das 2:0. Es folgten wütende, aber unorganisierte Angriffe der Bochumer, die die Gästeabwehr vor keine nennenswerten Probleme stellte. Pinto erzielte nach einem von zahlreichen schnellen Gegenstößen das 3:0 - unter den VfL-Fans herrschte nur noch fassungsloses Schweigen.
Gästetrainer Mirko Slomka, dessen Verbleib an der Leine trotz des Klassenerhalts fraglich ist, vertraute der Startelf, die am vergangenen Samstag Borussia Mönchengladbach mit 6:1 bezwungen hatte. Wosz veränderte seine Mannschaft im Vergleich zum 1:3 bei Bayern München auf zwei Positionen. Anthar Yahia rückte für den angeschlagenen Matias Concha in die Viererkette. Anstelle von Zlatko Dedic stürmte Vahid Hashemian an der Seite von Stanislav Sestak.
Nach der Pause setzte Wosz alles auf eine Karte und brachte in Joel Epalle und Lewis Holtby zwei weitere Offensivkräfte, doch an der Lage änderte sich nichts. Der kopflose VfL ließ jegliche Zielstrebigkeit vermissen und kam kaum zu Chancen. Und wenn die Gastgeber mal durchkamen, war 96-Torwart Florian Fromlowitz zur Stelle - so auch bei einem Schuss von Mergim Mavraj (60.) und einem Kopfball von Yahia (64.).
(c) sid



