Fußball News vom: 25.04.2010 - 17:23
Hoffenheim schießt Hamburg ab
Vier Tage vor dem Halbfinal-Rückspiel in der Europa League beim FC Fulham hat sich der HSV ein 1:5 bei 1899 Hoffenheim abgeholt und eine zum Teil desaströse Leistung gezeigt.
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Frank Rost beschimpfte noch auf dem Platz mit hochrotem Kopf seine Mitspieler, Piotr Trochowski schaute mit leerem Blick in die TV-Kameras und rang nach Worten: Der Hamburger SV hat vier Tage vor dem Halbfinal-Rückspiel in der Europa League beim FC Fulham den vorläufigen Tiefpunkt einer katastrophalen Rückrunde erlebt. Nach der 1:5 (0:3)-Demütigung bei 1899 Hoffenheim und der höchsten Niederlage seit fast genau sechs Jahren ist auch die Zukunft des seit Wochen in der Kritik stehenden Trainers Bruno Labbadia offener denn je.
“Das war eine desolate Leistung von uns. Ich bin sehr enttäuscht. Es ist ein bitterer Moment”, sagte Labbadia ernüchtert, wehrte sich aber gegen Vorwürfe, die Mannschaft spiele gegen ihn: “Wenn die Mannschaft gegen den Trainer spielen würde, würde sie auch gegen sich selbst spielen. Das macht keinen Sinn.” Nationalspieler Trochowski zeigte sich ratlos: “Ich habe keine Erklärung, wieso man sich so vorführen lässt. So, wie wir aufgetreten sind, ist unverantwortlich. Da fehlen mir die Worte. Das ist unerklärlich. Wir wissen nicht, wie wir als Mannschaft gegen die ganzen Schwierigkeiten ankämpfen sollen.”
Letzte Hoffnung Europa-League-Titel
Bei fünf Punkten Rückstand auf den Tabellensechsten VfB Stuttgart bleibt dem HSV wohl nur noch die Hoffnung auf den Titel in der Europa League, um sich erneut für den internationalen Wettbewerb zu qualifizieren. Hoffenheim beendete dagegen die Negativserie von sieben Partien ohne Sieg.
Vedad Ibisevic (2. und 11.) brachte die Gastgeber mit seinen Saisontoren Nummer elf und zwölf früh in Führung. Chinedu Obasi (31.) erhöhte noch vor der Pause auf 3:0. Nach dem Ehrentreffer durch Robert Tesche (65.) bauten erneut Obasi (72.) und Sejad Salihovic das Ergebnis weiter aus (77.). HSV-Torhüter Frank Rost ging nach dem fünften Gegentor auf seine Kollegen los. Eine Minute vor dem Ende sah Youngster Tolgay Arslan (19) wegen einer vermeintlichen Tätlichkeit zudem eine allerdings unberechtigte Rote Karte.
“Das ist eine Leistung, die einfach zu wenig ist. Ob das mit der Europa League zu tun hat, darüber will ich nicht spekulieren. Das ist nicht zu erklären”, sagte Klub-Chef Bernd Hoffmann in der Pause und beantwortete Fragen nach der Zukunft des seit Wochen in der Kritik stehenden Bruno Labbadia barsch: “Ich werde nicht in der Halbzeitpause eines solchen Spiels über den Trainer diskutieren. Irgendwann ist auch mal Schluss.”
HSV leistet kaum Gegenwehr
Die Hanseaten waren in Gedanken offenbar schon in Fulham und leisteten kaum Gegenwehr. Beim 1:0 nach 80 Sekunden profitierte Ibisevic von einem schweren Fehler von Innenverteidiger Joris Mathijsen. Keine zehn Minuten später legte Ibisevic nach Vorarbeit von Andreas Beck per Kopf nach.
Der HSV zeigte in der Rhein-Neckar-Arena von Sinsheim eine erschreckend schwache Vorstellung und hatte in der ersten Halbzeit nur eine Chance. Einen Freistoß von Trochowski (41.) lenkte Daniel Haas, der bei Hoffenheim den verletzten Ex-Nationaltorhüter Timo Hildebrand vertrat, über die Latte.
Allerdings musste Labbadia drei Tage nach dem 0:0 im Hinspiel gegen Fulham auch vier Änderungen vornehmen. Die angeschlagenen Ruud van Nistelrooy, Guy Demel und Ze Roberto fehlten ebenso wie der nach seinem Flaschenwurf in der Liga gesperrte Paolo Guerrero. Mladen Petric musste aufgrund der angespannten Personalsituation von Beginn an spielen, obwohl dem Kroaten nach seiner Adduktorenverletzung die fehlende Fitness deutlich anzumerken war.
Die Norddeutschen hatten noch Glück, dass die Niederlage nicht höher ausfiel. Nach dem Seitenwechsel traf Ibisevic den Pfosten (52.) und ließ eine weitere Gelegenheit ungenutzt. Auf der Gegenseite vergab Petric (64.) eine gute Möglichkeit.
(c) sid



