Deisler: “Habe mich durchgekämpft”
Sebastian Deisler beim Confederations Cup - (c) AFP

Deisler: “Habe mich durchgekämpft”

30.06.2005 - 11:45

Sebastian Deislers Leidenszeit gehört der Vergangenheit an: “Die Ängste sind weg. Das ist vorbei”, sagte der Nationalspieler von Bayern München in einem Interview über seine mittlerweile überstandene Depression.

Das Leiden von Nationalspieler Sebastian Deisler hat ein Ende: Was der 25 Jahre alte Mittelfeldspieler von Bayern München beim Confederations Cup auf dem Platz zeigte, hat er nun auch noch einmal verbal deutlich gemacht. “Die Ängste sind weg. Das ist vorbei”, sagte Deisler in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung über seine mittlerweile überstandene Depression und die zahlreichen Verletzungen seiner Karriere.

Er habe im Umgang mit seiner Krankheit gelernt, die Dinge zu relativieren und über viele andere Sachen nachzudenken, ergänzte die Nummer “10″ der Nationalmannschaft: “Ich habe mich durchgekämpft. Darauf bin ich auch stolz, dass ich wieder da bin nach meiner schweren Knieverletzung und nach meiner Krankheit.”

“Bayern ist der beste Verein in Deutschland”

Vor allem Bayern-Manager Uli Hoeneß habe ihm geholfen, das Tal zu durchschreiten, meinte Deisler. Wie Hoeneß sich während seiner Krankheit verhalten habe, “hat mich beeindruckt. Ich kann schon sagen, dass ich mich bei Bayern wohl fühle”. Ein Wechsel, wie vor wenigen Wochen noch von Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff angeregt, komme deshalb nicht mehr in Frage. “Bayern München ist mit Abstand der beste Verein in Deutschland. Die neue Saison kann kommen”, sagte Deisler.

An seinem wiedergewonnenen Optimismus habe auch der Verlauf der “Mini-WM” großen Anteil, ergänzte der gebürtige Lörracher. “Für mich war das Turnier optimal. Und ich denke auch, dass ich meine Chance genutzt habe.” Er sei zwar nie hundertprozentig mit sich zufrieden, aber seine Leistungen würden von Spiel zu Spiel besser: “Ich spüre ja die Fortschritte: Im Zweikampf, bei der Ballannahme, Ballmitnahme, all diese Kleinigkeiten - und das auf diesem Niveau.”

Obwohl sich das Spiel der DFB-Elf seit der Amtsübernahme von Bundestrainer Jürgen Klinsmann stark verbessert habe und das Team klarer, aggressiver und mit größerer Risikobereitschaft agiere als unter Teamchef Rudi Völler, sieht Deisler noch Steigerungspotenzial. “Wir müssen es aber auch gegen eine Topmannschaft wie Argentinien schaffen, den Ball mal fünf Minuten in unseren Reihen zu halten, ihn hin und her und dann auf einmal in die Lücke zu spielen. Aber diese Klasse fehlt uns noch”, sagte er. Dennoch: Das gesamte Trainerteam mache “einen Super-Job”, urteilte Deisler.

(c) sid

Kategorien: Bayern München, Konföderationen-Pokal

RSS Feed abonnieren

das Neueste aus der Welt des Fußballs

nach oben / top
© 2004-2010 fussballportal.de Alle Rechte vorbehalten.