Fußball News vom: 17.03.2010 - 15:12
Bielefelds Vizepräsident Kottmann zurückgetreten
Arminia Bielefelds Vize-Präsident Frank Kottmann ist mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. Infolge des Punktabzugs gab es ihm gegenüber persönliche Beleidigungen und Bedrohungen.
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Der Punktabzug für den Zweitligisten Arminia Bielefeld hat erste personelle Konsequenzen. Nach “massiven Beleidigungen und persönlichen Bedrohungen” reichte Vize-Präsident Frank Kottmann am Mittwoch seinen sofortigen Rücktritt ein. Neben der sportlichen und finanziellen Krise hat die Arminia nun noch an einem dritten Schauplatz zu kämpfen.
“Eines meiner Ziele war, eine größtmögliche Transparenz in die Vereinsarbeit zu bringen. Dazu gehört auch, dass Probleme auf den Tisch kommen müssen, wenn man sie lösen will”, sagte Kottmann: “Dass nun, wo die Probleme bekannt sind, von außen Anfeindungen in Form von massiven Beleidigungen und Bedrohungen gegen mich persönlich ausgesprochen werden, kann ich nicht akzeptieren. Aus diesem Grund trete ich mit sofortiger Wirkung zurück.”
“Anfeindungen sind zu verurteilen”
Präsident Hans-Hermann Schwick nahm die Entscheidung mit Bedauern auf. “Aber wir respektieren seinen Entschluss selbstverständlich. Trotz der sicher nicht einfachen momentanen Situation sind persönliche Anfeindungen und Beleidigungen jeglicher Art zu verurteilen.”
Der Verein sieht nach dem Abzug von vier Punkten durch die Deutsche Fußball Liga (DFL) harten Zeiten entgegen. “Es wird Veränderungen geben. An das Thema Aufstieg haben wir einen Haken gemacht. Wir wissen nicht, ob wir jetzt unsere Leistungsträger noch halten können”, sagte Sport-Geschäftsführer und Interimstrainer Detlev Dammeier dem SID.
Strengere Auflagen für die nächste Saison?
Es sei “damit zu rechnen”, dass die DFL der Arminia für die kommende Saison Auflagen erteilt: “Wie streng die ausfallen, ist nicht abzuschätzen.” Die Arminia hat ihre Lizenzierungsunterlagen für die kommende Saison eingereicht und muss drastische Einschnitte vornehmen, um ihre Finanzkrise in den Griff zu bekommen. Angeblich klafft in der Kasse ein 2,5-Millionen-Euro-Loch.
Die DFL hatte die Ostwestfalen wegen Verstoßes gegen die Bestimmungen der Lizenzierungsordnung mit dem Punktabzug und 50.000 Euro Geldstrafe belegt. Die DFL wirft dem Klub Wettbewerbsverzerrung vor. Trotz des Finanzlochs hatte die Arminia im Gegensatz zu anderen Vereinen keine Auflagen für die Wintertransfers erhalten, da die Summe gegenüber der Liga nicht kommuniziert worden war.
Die Trainersuche ist nach der Entlassung von Thomas Gerstner laut Dammeier angesichts der Probleme zweitrangig: “Wir werden die Saison nicht mehr zu einem erfolgreichen Abschluss bringen können, deswegen ist das nicht so akut. Ich schließe aber aus, dass ich die Mannschaft dauerhaft trainiere.”
(c) sid



